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1967, Mutter von Felix (2004), der wohl erstmal in der Stadt bleiben möchte. Tischlerin, Architektin, hauptberuflich als Werkstattleiterin tätig. Ausgiebige WG-Erfahrung, Mitglied Transition Town Hannover, Mitbegründerin Ecovillage Hannover, Teilnahme Gemeinschafts-Intensiv-Prozess in der Gemeinschaft Schloss Tempelhof, liebt alte Bauernhöfe, freut sich immer, wenn Lernen und Entwicklung stattfindet und Klimaschutz auch im Alltag gelingt!

In fünf Jahren möchte ich gern so etwas schreiben können:

„Ich bin wirklich froh, dass wir uns von Anfang an vorgenommen haben, uns die Prozesse, die stattfinden, permanent bewusst zu machen und unsere Ziele im Zusammenleben als tägliche und ausdrückliche Aufgabe zu begreifen. Das hat dazu geführt, dass sich bei uns kaum Dinge einschleichen, die das Miteinander gefährden. Ein Gefühl von Entspannung und Freiheit machte sich irgendwann breit: ich weiß, dass wir unterschiedlich sind und kann das so sein lassen. Ich weiß, dass wir Konflikte lösen können und muss mich nicht ständig übervorsichtig verhalten, um irgendeine Harmonie nicht zu zerstören. Ich habe gelernt und kann jetzt: authentisch sein!

Nach und nach haben wir uns ein Permakultur-Paradies aufgebaut und ich merke, wie ich meinem Traum vom naturnahen Leben nähergekommen bin. Es ist eine viel ruhigere Grundstimmung als früher. Wenn unser eigenes Gemüse auf den Tisch kommt, habe ich ein Gefühl von „es richtig zu machen“.

An Genügsamkeit haben wir uns komplett gewöhnt. Wir haben nicht den Eindruck, etwas zu verpassen, eher im Gegenteil. Was aber nicht heißt, dass wir nicht auch mal ordentlich feiern und schlemmen…

Wir treffen uns regelmäßig, um unseren Alltag und die Projekte zu planen. Es hat sich super eingespielt: manche arbeiten mehr in Haus und Hof, andere in Jobs außerhalb. Wir haben uns im Lauf der Zeit intensiv mit den Themen Geld und Arbeit auseinandergesetzt und mittlerweile eine sehr entspannte Haltung dazu entwickeln können. Das war nicht einfach, aber umso mehr sind wir jetzt stolz darauf!

Ich wollte mich nie in einer Blase verkriechen. Mir war immer wichtig, dass wir auch Strahlkraft haben, dass unser Leben und Sein auch für andere Sinn macht. Das ist mittlerweile auf einem guten Weg. Einige von uns organisieren Workshops, Vorträge, Themenabende, zu denen wir in unsere ausgebaute Scheune einladen. Es gibt z.B. jeden Donnerstag den „politischen Salon“, ein offener Disput mit allen, die Lust haben. Mittlerweile kommen oft Leute aus dem Dorf. Außerdem haben wir häufig Gäste im Haus: Burnout-bedrohte Stadtmenschen, die mal rausmüssen, Leute, die nach Alternativen suchen, nach Gemeinschaft. Sie leben eine Weile bei uns mit.

Wir haben gute Kontakte mit den Leuten im Dorf aufgebaut. Der Nachbarhof hat inzwischen auf Bio umgestellt. Wir haben ihn dabei unterstützt und helfen jetzt gelegentlich aus, im Tausch gegen Kartoffeln, Holz, Traktor ausleihen…“